Am Montag, den 14.12., sind wir in Jaco Beach (Costa Rica) angekommen, nachdem wir am Sonntag die Flucht aus dem regnerischen Bocas del Toro (Panama) ergriffen haben.

Grenzuebergang Panama - Costa Rica
Der Ort ist zwar ein typischer Touristenort, dafuer aber auch dementsprechend erschlossen was manchmal auch ganz angenehm ist. Wie in Merida (Venezuela) gibt es hier an jeder Strassenecke Tourenanbieter. Bei einem von diesen haben wir fuer Dienstag eine ATV-Tour (Offroadtour mit einem Quad) gebucht.
Da fuer die Tour wir beide als Teilnehmer reichten, hatten wir den Guide ganz fuer uns. Alina hatte ein wenig Angst mit dem Quad umzukippen und den naechsten Abgrund herunter zu purzeln aber am Ende ging doch alles gut.

Simon auf dem ATV
Wir sind also in fuer Alina schnellem, fuer Simon zu langsamen Tempo erst die Strasse entlang und dann durch die Berge gecruist. Dabei haben wir Bekanntschaft mit dem kleinen Kerl hier gemacht:

Der kleine Affe "Ali"

Simon als Baum (in Alis Augen)
Am Donnerstag haben wir dann eine “Canopy”-Tour gemacht. “Canopy” bedeutet, dann man in den Baumwipfeln in den Bergen Plattformen gebaut hat, die jeweils immer ein Stueck weiter bergab liegen, und dann zwischen diesen eine Leine angebracht hat, an der man dann wie Tarzan oder Superman durch den Dschungel “fliegt”. Das war ein Riesenvergnuegen und ganz bestimmt nicht alltaeglich! So etwas sollten sie mal auf deutschen Rummeln anbieten.

Alina fliegt durch den Wald

Alina macht sich bereit
Seit gestern hat uns leider der Regen aus Bocas del Toro eingeholt. Wir hoffen jedoch, dass das morgen wieder vorbei ist!
Am Freitag den 4. Dezember sind wir in der “Großstadt” Panama City angekommen. Die Stadt mit knapp einer halben Million Einwohnern und beeindruckenden Bankgebäuden unterscheidet sich jedoch nur oberflächlich von anderen südamerikanischen Städten. Der Schein trügt hier mal wieder und die Viertel rund um das Bankenviertel sind die einer ganz normalen südamerikanischen Großstadt.

Die Ruinen von Panama Viejo mit der Skyline der Großstadt im Hintergrund
Da es neben den Ruinen der ehemaligen Hauptstadt (Panama Viejo) kaum etwas zu sehen gab, haben wir einen zweistündigen Spanisch-Kurs gemacht, der unsere Kenntnisse des Sprache zwar nicht verbessert, dafür aber einen guten Tipp für die Weiterreise beschert hat: El Valle de Antòn. Dieser kleine Ort innerhalb eines alten Kraterkessels hatte richtig ‘was zu bieten: mehrere Wasserfälle in Laufweite, alte Felsmalereien, einen kleinen Zoo und “quadratische” Bäume.
Am Dienstag machten wir uns auf, um die Pedroglyphen und zwei Wasserfälle zu besuchen. Die Felsmalereien erinnerten an in Stein gehauenes Graffiti. Man hat zwar herausgefunden, dass die Zeichnungen praekolumbianisch sein sollen, aber weder von wann genau noch von wem sie stammen oder was sie bedeuten sollen.

Ein kleiner "Swimmingpool" mitten im Dschungel
Um zu den Wasserfällen zu gelangen musste man dem schmalen Pfad durch den Wald den Berg hinauf weiter folgen. Nach unseren ganzen Dschungel- und Hikingtouren war das kein Problem für uns. Die beiden Wasserfälle waren zwar nicht so beeindruckend wie die beim Canyoning in Merida, aber dafür war auch kein Führer nötig und wir konnten auf dem Rückweg selbstständig dem Flusslauf bergab folgen. Das Plateau, von dem im Reiseführer die Rede war und von dem aus man den ganzen Ort überblicken können soll, haben wir leider nicht gefunden. Dafür haben wir am Fuss des einen Wasserfalls ein Becken entdeckt, in dem man super schwimmen konnte.

Opaaffe im Zoo von El Valle, Panama
Am nächsten Tag besuchten wir morgens den Zoo. Der war gar nicht mal so klein. Natürlich hatte er (fast) nur einheimische Tiere, aber was in Südamerika einheimisch ist, ist für uns ja ziemlich exotisch: Papageien, Affen, Ozelots, Waschbären, Tapire und ganz viele verschiedene Arten Frösche. Einerseits war es super die vielen verschiedenen Arten von Tieren anzuschauen, andererseits ist es traurig zu sehen wie klein die Gehäge im Gegensatz zu bspw. dem Berliner Zoo waren. Simons Highlight waren die “Opaaffen”, von denen er es jedoch nicht geschafft hat ein gutes Foto des Gesichts zu machen, um festzuhalten wie sehr sie einem Opa ähnlich waren.

neugieriger Papagei im Zoo von El Valle, Panama

Ozelot im Zoo von El Valle, Panama

gestreifter Frosch im Zoo von El Valle, Panama
Am Nachmittag liehen wir uns Fahrräder, um uns die “quadratischen” Bäume anzusehen. Nach mehrmaligem Verfahren – da unsere Karte einfach nicht stimmen wollte – fanden wir sie ausgeschildert auf einem Hotelgelände. Dort war ein künstlicher Pfad angelegt, der durch die Berge und zu den Bäumen führte. Als wir ankamen, war es ziemlich enttäuschend. Denn wirklich quadratisch waren die nicht. Bei einem der insgesamt drei Bäume, konnte man eine rechteckige Form des Stammes erahnen. Erwartet hatten wir natürlich quadratische Kronen.
Mittlerweile sind wir in Bocas del Toro, ein Archipel an der Atlantikkueste in der Naehe zu Costa Rica. Allerdings regnet es hier seit zwei Tagen, also werden wir morgen unsere Reise nach Costa Rica fortsetzen.
Statt der angekuendigten 27 Stunden auf offener See zwischen Cartagena und Isla Grande dauerte der Trip auf offener See 45 Stunden. Die angekuendigten 300 Gallonen Frischwasser (zum taeglichen Duschen) waren nicht vorhanden und das Essen war ziemlich geschmacklos. Ein wirklicher Luxussegeltrip – wie es von manchen Kapitaenen versporchen wird - war es nicht. Die 42 feet, die das Boot gross waren, reichten bei weitem nicht aus fuer 7 Passagiere und 4 Crewmitglieder. Das Beiboot blockierte das komplette Bug, wo neben dem Heck als einziges Platz zum Sitzen war. Da die Planken nicht wasserdicht waren, schrumpfte unser Doppelbett von ca. 170×100 cm auf 170×50 cm. Hinzu kam, dass es Simon trotz dauerhafter Tabletteneinnahme auf offener See ziemlich schlecht ging.

Das Archipel San Blas an der Ostkueste von Panama
Nach der 45-stuendingen Segeltour auf offener See wurden wir fuer die Torturen jedoch mehr als belohnt. Das Archipael San Blas war ein regelrechtes Paradies. Die ca. 365 Inseln waren nicht groesser als Fussballfelder und von weissen Straenden und Korallenriffen umgeben.

Ankunft in San Blas

Eine der Inseln von San Blas
Ausser Palmen und auf einigen Inseln vereinzelt Gras und Huetten der Kuna-Ureinwohner gab es in San Blas nicht viel. Am ersten Tag entspannten wir auf einer Insel, die von einer Kuna-Familie bewohnt wurde und Simon knackte uns eine Kokosnuss.

Simon und die Kokosnuss
Am Abend assen wir ausnahmsweise mal nicht auf dem Segelboot, sondern auf dem “Festland” und zwar ausgesprochen gut. Die Crew zog, waehrend wir auf der Insel in der Sonne badeten, los und fing Langusten und Krebse. Eine etwas groessere Insel, die von einem ehemaligen Kuna bewohnt wurde, der seinen Lebensunterhalt nun mit Unterkuenften fuer Touristen, einem Restaurant und dem Kokainhandel bestritt, diente uns als Aufenthaltsort fuer unser Abendessen.

ein typisches Abendessen in Kuna Yala

Insel auf der wir zu Abend assen
Das Archipel San Blas ist eine Inselgruppe an der Ostseite von Panama und zieht sich ueber einen mehr als 100 Kilometer langen Kuestenstreifen entlang bis Kolumbien. Es hat eine autonome Regierung und es gelten andere Gesetze als in Panama.
Leider konnten wir nur zu jenen Inseln, die mit dem Segelboot erreichbar waren (sehr flaches Wasser) und haben daher nur die touristisch erschlossenen Inseln und einige mit dem Schlauchboot erreichbare etwas typischere Inseln gesehen. Die Einwohner konnten jedoch alle die wichtigsten Woerter in Spanisch (¡Hola!, ¿Como te llamas?, Un dollar per foto) und trugen keine der typischen Trachten wie man sie auf Postkarten oder auch im Internet findet.

2 Kuna beim Fischen im Morgengrauen

Alina mit einer der Riesenmuscheln
Der Ort Cartagena ist Ausgangspunkt für den von uns geplanten Segeltrip nach Panama. Ursprünglich dachten wir, die Boote fahren nach Colon – eine Stadt, die man laut Lonely Planet besser meiden sollte. Wie sich herausgestellt hat tun sie das jedoch garnicht. Stattdessen segeln die Schiffe zu den San Blas Inselgruppen auf der Atlantikseite von Panama, wo man dann von einem Taxiservice abgeholt und nach Panama City gebracht werden soll.

Die "Softair"
Die Auswahl an Segelbooten war sehr beschränkt und so haben wir uns für den nächstgelegenen Termin, den 29.11., entschieden. Das Boot, mit dem wir unterwegs sein werden, nimmt neben uns noch 4 oder 5 weitere Personen mit und heißt Softair. Damit sich auch keiner Sorgen macht, gibt es einen GPS-Locator auf der Webseite, sodass man immer weiß wo wir gerade auf dem Ozean unterwegs sind, wobei die eigentliche Tour nur 27 Stunden dauern soll – vorrausgesetzt das Wetter spielt mit.
Die Stadt selbst ist, ähnlich wie Santa Marta, eher unspektakulär. Es gibt jedoch eine sehr schöne Altstadt, jedoch von einheimischen und vorallem ausländischen Pauschaltouristen überschwemmt ist. Das Betreten der Kolonialgebäude selbst ist nicht so einfach, da die wirklich schönen Gebäude Hotels, Restaurants oder Museen sind.

historisches Zentrum in Cartagena
Umgeben ist die Stadt von einer Stadtmauer, von der aus dieses Foto entstanden ist und die nahezu vollständig bewandert werden kann.

Blick auf das historisches Zentrum Cartagenas

Alte Verteidigungskanone auf der Stadtmauer von Cartagena
Im Gegensatz zu Venezuela ist es in Kolumbien möglich am Geldautomaten Geld abzuheben, was uns nach dem Grenzübergang sehr entgegen kam. Die Unterschiede, die sich sofort bemerkbar machen, ist die Größe der Autos. Während in Venezuela hauptsächlich 30-40 Jahre alte amerikanische Autos herumfahren, gibt es in Kolumbien kleinere Autos (teilweise mit Katalysator) und auch Motorräder und vereinzelte Roller.
Das Land Kolumbien ist im Gegensatz zu Venezuela nicht sozialistisch geführt, was man quasi unmittelbar nach dem Grenzübergang bemerkt. Es gibt weitaus mehr bettelnde Personen jeden Alters. Im Gegensatz zu Venezuela, wo einfachere Jobs nicht selten von geistig oder körperlich behinderten Personen ausgeübt werden, sind diese in Kolumbien nahezu alle Bettler.
Nun aber zu den eher erfreulichen Dingen: Der Kauf von Bustickets in Kolumbien ist nahezu identisch mit dem in Venezuela, auch wenn die “Vertriebler” an den Terminals etwas aufdringlicher sind und sich auch gerne mal gegenseitig als schwul beschimpfen. Die Fahrt nach Santa Marta war daher sehr einfach und wir kamen gegen Nachmittag dort an. Das Hostel, das man uns empfohlen hatte, hieß “La Brisa Loca” und war nicht wie man sich gewöhnliche Hostels bzw. Posadas vorstellt.
- Es gab quasi nur holländische und us-amerikanische Gäste
- Es gab ein Bar-Restaurant statt einer Küche zur Selbstverpflegung
- Es gab einen Pool
- Es gab bei der Ankunft kostenloses Bier
- Man konnte Zigaretten, Wasser, Bier und Cocktails und vieles mehr direkt im Hostel kaufen

Strandpromenade von Santa Marta, Kolumbien
Am Anfang war das eigentlich ziemlich praktisch nachdem wir so lange in Bussen unterwegs waren, stellte sich jedoch noch am gleichen Abend als etwas nervig heraus. Was nämlich passierte, war, dass die “Gringos” das Hostel gar nicht mehr verließen. Abends aßen die Gäste in der Bar, spielten Billard, chillten zu normaler Musik, saßen am Pool – alles in allem quasi die Atmosphäre eines All-Inclusive-Bunkers. Der einzige Unterschied waren die doch recht hohen Preise für ein Hostel mit Mehrbettzimmern und Do-It-Yourself-Reinigungsservice.

Simon auf dem Plaza Bolivar in Santa Marta
Der Ort selbst war eine Mischung aus blühendem Tourismus (Verkaufs- und Limonadenstände überall) und riesigen Bankgebäuden, die mitten im Zentrum und rund um den Plaza Bolivar aneinandergereit waren.
Eigentlich gab es in dem Ort nichts zu tun. Es gab zwar die ein oder andere Tour zu “einsamen” Stränden und auch eine Tour in den nahegelegenen Nationalpark Tatonga, aber die 15$ Eintrittsgebühr in den Nationalpark schreckten uns dann doch ab, was dazu führte das wir die 3 Tage in Santa Marta eigentlich nichts getan haben außer das Nachtleben ein wenig zu genießen und Tagsüber am Stadtstrand im mäßig sauberen Wasser zu baden.
Eins war zudem unübersehbar: Auch in Kolumbien feiert man Weihnachten. Die ganze Stadt war für unsere Verhältnisse nicht kitschig, sondern eher witzig geschmückt.

Ein Weihnachtsmann mit Sombrero auf dem Plaza Bolivar
mit Schneemaennern und Rentieren, aber vor allen Dingen mit Weihnachtsmännern mit Sombrero, die eine Sambatrommel spielen.

¡Muchas Maracas!

Der Weihnachtsmann und die Sambatrommel
Der Plan war urspruenglich der Folgende:
Freitag Merida verlassen, mit dem Nachtbus nach Maracaibo und mit einem por puesto (shared taxi) ueber die Grenze nach Maicao in Kolumbien.
Weiterreise nach Kolumbien (SOLL)
Dieser Plan wurde unerwartet zerschlagen, als wir am Busbahnhof von Merida ankamen. An diesem Tag war naemlich der Flughafen aus unerfindlichen Gruenden geschlossen und alle mussten auf Busse umspringen. Also war jeder Bus nach Maracaibo ausgebucht.
Aus lauter Verzweiflung nahmen wir den einzig freien Bus – nach San Cristobal. Der Grenzuebergang im Sueden soll allerdings weitaus gefaehrlicher sein – betreffs Drogen, Drogenkontrollen etc. Da uns diese Tatsache doch mehr Angst eingefloesst hat als wir noch im Norden dachten (Insbesondere nachdem wir den Ort San Cristobal kennengelernt hatten), nahmen wir am naechsten Abend (nachdem wir den ganzen Tag auf dem Busbahnhof verbracht haben) den Bus von San Cristobal nach Maracaibo.
Dort haben wir uns fuer den Bus entschieden, statt eines por puestos, um nach Maicao zu kommen. Der allzu “nette” Busfahrer hat uns nur leider irgendwo in einem Grenzort vor Kolumbien rausgeworfen.
Mit Hilfe tatsaechlich netter Venezuelaner sind wir dann aber doch noch bis zur Grenze gekommen. Dort lief dann alles reibungslos – in Venezuela Ausreisestempel holen, zur Einreisebehoerde Kolumbiens, Stempel abholen, das war´s.
“Zwischen” den Laendern – zwischen den beiden Grenzen waren Geschaefte und Restaurants und man konnte sich frei bewegen – haben wir gluecklicherweise spanische Backpacker getroffen. Also endlich mal Menschen, die sowohl des Spanischen als auch des Englischen kundig waren.
Gemeinsam sind wir dann bis zum Busbahnhof in Maicao. Von dort ging es dann fuer uns weiter bis Santa Marta.
Nach einer Reise, die insgesamt 48 Stunden dauerte, kamen wir also Sonntagnachmittag endlich an unserem Zielort an.
Weiterreise nach Kolumbien (IST)
Morgen geht es dann weiter nach Cartagena.
Am Montag konnten wir uns mit dem Frühstück etwas mehr Zeit lassen, weil wir es nicht so eilig hatten.
Wir wurden dann in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe würde zuerst eine Reittour machen und die Andere mit dem Jeep zum Piranha-Fischen fahren.
Simon und ich gehörten zur ersten Gruppe, also hieß es für uns als erstes: Reiten. Das hat uns beiden nicht so grosses Vergnügen bereitet: die Sattel waren nicht die besten, die Pferde waren wegen der Hitze lustlos und sie haben nicht auf die Kommandos gehört.
Wir sind dann bis zu der Stelle geritten, wo die andere Gruppe gerade geangelt hat. Dort haben wir uns dann abgewechselt. Beim Piranhas-Fischen hatten wir ebenfalls kein Glück, vielleicht fehlte uns die Geduld oder das Geschick. Helmut aus unserer Gruppe und einige aus der anderen haben aber doch ein paar aus dem Fluss gefischt, so dass ein Teil unseres Abendessens gesichert war. Wie sind dann mit dem Jeep zum Camp zurueckgekehrt.
Dort war es wieder Zeit fuer die Siesta. Nach dem Mittagessen gab es fuer uns alle, Paul und Michael eingeschlossen, noch eine besondere Überraschung: eine hochgiftige Wasserschlange – ihr Gift wuerde einen innerhalb von drei Stunden toeten – hatte sich in das Camp verirrt.
Sie lag also seelenruhig auf einem Holzbalken an der Decke. Da es wirklich gefährlich gewesen wäre sie im Camp zu behalten, haben Paul und Michael sie mit Holzstäben da herunter geholt. Michael hat schliesslich ihren Kopf zu fassen bekommen und hat sie so festgehalten, dass sie niemanden mehr beissen konnte. Von der Aktion selbst haben wir leider keine Fotos, da man einfach nie im richtigen Moment die Kamera parat hat. Sie wurde dann im Fluss ausgesetzt.
Einer der Holländer, Arnold, der morgens beim Piranha-Fischen auch keinen Erfolg hatte, wurde vom Ehrgeiz gepackt und da das Camp direkt an einem Fluss lag, angelte er von der nahegelegenen Brücke aus. Und tatsächlich hatte er hier sehr viel mehr Glück: mit der Unterstützung von Simon und dem Franzosen hatten wir fünf weitere Piranhas zum Abendessen.
Am Nachmittag sind wir dann erneut zu einer Jeepsafari aufgebrochen. Diesmal war aber das primäre Ziel ausschliesslich eine Anaconda zu finden. Leider hatten die drei, Paul, Michael und Jan, wieder keinen Erfolg.
Dafür hat Jan aber vom Dach des Jeeps aus ein Feld mit Wassermelonen entdeckt und prompt wurden so viele wie noch in den Jeep passten eingeladen. Wir liessen uns natuerlich nicht davon abhalten das Folgende zu tun:
Wir haben wie gesagt zwar keine Anaconda gefunden, dafür aber eine wunderschöne Schildkroete und – als würdigen “Ersatz” – eine Boa Constrictor.
Abends wurden dann unter anderem die Piranhas aufgetischt. Sie schmecken durchaus lecker, es ist aber mit einer ziemlichen Arbeit verbunden sie zu essen, da sie relativ klein und flach sind und viele Gräten haben.
Am Sonntag standen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf, das bedeutet um 6h. Paul hat uns auf die Frage, wann es denn Frühstück geben würde, gesagt, dass in Los Llanos keine Zeit existiert. Man steht auf, wenn es hell wird, macht Siesta, wenn es zu heiss ist und geht schlafen, wenn man müde ist.
Die Bootsafari
Wir haben so früh wie möglich das Camp verlassen, um zu unserer Bootsafari aufzubrechen. Denn in der Mittagshitze würden auch die Tiere Siesta machen, weil es ihnen zu heiss ist und verschwinden.
Auf der Bootssafari haben wir ziemlich viele Tiere gesehen: Kaimane, capybaras (Wasserschweine, die aussehen wir riesige Meerschweinchen), Papageien, Schildkröten, pinke Ibisse, Süsswasserdelfine (die sind rosa und ziemlich hässlich, wie wir finden) und einen Fisch, der sich in das Boot verirrt hat.
Die Jeepsafari
Nach der mittaglichen Siesta und Essen, brachen wir am Nachmittag auf zu einer Jeepsafari. Dabei saßen je vier Leute hinten im Wagen, vier konnten auf dem Dach des Jeeps sitzen (so etwas sollte man mal in Deutschland versuchen) und Paul stand einfach hinten auf der Stossstange und hielt sich fest (das sollte auch mal einer in Deutschland probieren). Allein schon auf dem Dach zu sitzen war ein Abenteuer, vorallem bei der bereits erwähnten Fahrweise Giovannis.
Auf der Safari haben wir noch mehr capybaras gesehen. Diesmal kamen wir aber näher an sie heran und sie waren zumeist in großen Familien unterwegs.
Als Paul und Michael, der in Los Llanos lebt und Paul bei den Safaris begleitet, ihre Chance gekommen sahen, sprangen sie noch während der Fahrt vom Jeep und schnappten sich eines von den Baby-Capybaras. Selbstverständlich haben sie es danach wieder laufen lassen und es ist zu seiner wartenden Herde zurückgekehrt.
Des Weiteren gab es noch Wildpferde, Adler und kleine Eulen, die unter der Erde ihren Bau haben, zu sehen.
Ein Highlight war der Versuch von Paul, Michael und Jan, der auch aus Los Llanos stammt, in dem sumpfartigen Gebiet eine Anaconda zu finden. Dazu stampften sie durch das kniehohe Wasser und stocherten mit langen Stöckern darin herum, um eine Anaconda aufzuschrecken. Leider waren sie bei ihrer Suche nicht erfolgreich.
Fangen eines Kaimans bei Nacht
Nach dem Abendessen sagte Paul, dass wir nun im Dunkeln noch einmal hinaus gehen wuerden, um einen Kaiman zu fangen. Anfangs hielten wir das alle fuer einen Scherz, aber nur solange bis wir dann tatsächlich mit Taschenlampen “bewaffnet” zu einer Nachtwanderung loszogen. Michael entdeckte als erster einen Kaiman am Ufer des Flusses, der nicht allzu gross war. Denn sind sie zu gross oder gar schon ausgewachsen, haben sie so viel Kraft, dass sie einen noch nicht einmal beissen müssen, um einen zu verletzten.
Michael rannte also los, unter dem Stacheldrahtzaun hindurch, und schnappte sich den Kaiman. Natürlich haben wir darauf geachtet ihn nicht mit unseren Taschenlampen zu blenden und ihn danach wieder laufen lassen.
Nachdem wir am Freitag (den 13.!) Canyoning gemacht haben, begann am Samstag unsere viertagige Tour in die “Llanos”, was so viel heisst wie “Flachland”. Dieses liegt einige Kilometer südlich von Merida.
Um 8h ging es los mit einer bunt gemischten Truppe bestehend aus acht Leuten (ein deutsches Ehepaar, zwei Holländer, ein Franzose, eine Venezuelanerin und wir), dem Guide (Paul aus Schottland) und dem Fahrer Giovanni. Wir saßen alle hinten im Jeep auf Bänken, die seitwärts statt in Fahrtrichtung ausgerichtet waren. Paul hatte uns schon im Voraus gewarnt, dass das sehr unangenehm werden könnte bei der Fahrt über die Anden.
Und so war es auch: die Strasse machte ständig scharfe Kurven, die durch Giovannis Fahrweise – die wirklich abenteuerlich war - nicht gerade entschärft wurden. Es ging bergauf bis zu 3500 Metern und dann den ganzen Weg wieder bergab. Es war eine sehr lange Fahrt (8 Stunden), denn nach den endlos scheinenden Serpentinen folgte das unendlich weite Flachland mit Strassen, die so grosse Schlaglöcher hatten, wie die Strasse breit war.
Im Dunkeln – hier in der Nähe des Äquators ist es um 18h dunkel – kamen wir in dem “Camp” an. Unsere Unterkunft war eine zirkusförmige Steinhütte mit Hängematten, die rund herum befestigt waren. Wir hatten ein bisschen Sorge, dass man darin nicht schlafen kann, aber in der ersten Nacht haben wir das Gegenteil festgestellt.
Am Donnerstag sind wir mittags in Merida angekommen. Die Stadt liegt in den Anden, daher ist das Klima optimal: tagsueber warm bis heiss, nachts wird es angenehm kuehl. Ausserdem ist es die Studentenstadt in Venezuela (von 350.000 Einwohnern 50.ooo Studenten) und gleichzeitig auch die Stadt, in der man nahezu alle Abenteuersportarten betreiben kann: von Rafting, Quaddriving und Paragliding bis hin zum sogenannten “Canyoning”.
Gleich am ersten Tag unserer Ankunft haben wir fuer den naechsten Tag eine solche Tour gebucht. Wir wurden mit einem Jeep hoch in die Berge gefahren, von dort aus sind wir auf einem schmalen Pfad (rechts von uns der Berg, links ging es steil bergab) bis zu einem Fluss gewandert. Wir haben Ganzkoerper-Neoprenanzuege bekommen, damit wir bei der insgesamt 5-stuendigen Tour in dem eiskalten Flusswasser nicht auskuehlen.
Dann sind wir im kniehohen Wasser, das eine ganz schoene Stroemung hatte, so dass man wirklich aufpassen musste nicht mitgerissen zu werden, zum ersten Wasserfall gewatet. Dort haben wir uns dann “im Wasserfall” abgeseilt.
Insgesamt waren es drei Wasserfaelle, wobei wir nur beim ersten wirklich “drin” waren. Die anderen beiden waren naemlich durch die starken Regenfaelle die Nacht zuvor so sehr angeschwollen, dass es unmoeglich war sich “in” ihnen abzuseilen. Sich mit den nassen Schuhe an den nassen, glitschigen Felsen ausserhalb des Wasserfalles abzuseilen war aber auch ein Erlebenis!
Da der Flusslauf teilsweise steil bergab ging und man nicht mehr im Fluss laufen konnte, mussten wir immer wieder von Felsen, die bis zu 5 Metern hoch waren, in das Wasser “hineinsliden”. Das heisst man ist nicht gesprungen, sondern hat sich auf den nassen Felsen gesetzt und ist einfach hinuntergerutscht. Das war aber gar nicht so “einfach”, da die Stellen, in die wir “gliden” mussten, zum Teil nur einen Meter breit waren, so dass man Angst hatte gegen den Felsen zu prallen.
Es war sehr aufregend und das Adrenalin schoss uns nur so durch den Koerper, es hat aber auch viel Spass gemacht. Bei dieser Aktivitaet hat sich Alina auch ihre ersten Blessuren zugezogen. Eine “Brandwunde” an der Hand vom Abseilen und einen maechtigen blauen Fleck am Oberschenkel.
Leider gibt es von diesem Abenteuer keine Fotos, da wir fuer unsere Kamera kein wasserdichtes Case haben.

















Wir, Alina (22) und Simon (23), bloggen auf dieser Seite während unserer gesamten Südamerika- reise damit unsere Freunde und Bekannte immer im Bilde sind.