Granada und San Juan del Sur

Am 23. haben wire Jaco Beach verlassen um puentklich zu Heiligabend eine Bleibe in Nicaragua zu haben. Aus organisatorischen Gruenden bot sich da Granada an, eine touristische Stadt in der Naehe von der Hauptstadt Managua, die direkt am Lago de Nicaragua liegt.

Der Preisunterschied zu Costa Rica war wirklich gewaltig und wir fanden eine sehr nette Unterkunft (DZ mit eigenem Bad) in bester Lage fuer 15 Dollar pro Nacht. Heiligabend haben wir in den umliegenden Strassencafes bei diversen Smoothies und internationalen Gerichten verbracht. Die Atmosphaere erinnerte an Bars bzw. Cafes in einer Fussgaengerzone in Italien und es war auch tatsaechlich Eine – die erste seit dem Beginn unserer Reise in Venezuela.

Granada Fussgaengerzone

Granada Fussgaengerzone

Am morgen des 26. wurde es dann endgueltig langweilig den ganzen Tag in den Cafes rumzuhaengen und wir entschlossen uns nach laengerem Hin- und Her zurueck an das Meer zu fahren – nach San Juan del Sur. Die Muecken und das sehr heisse Klima in Granada machten uns dann doch stark zu schaffen und der See lud nicht gerade zum Baden ein da es von Muecken und Sandfliegen in Seenaehe nur so wimmelte.

San Juan del Sur ist ein Surferort wobei dieser lange nicht so modern ist wie Jaco in Costa Rica. Viel gibt es hier zwar nicht zu tun aber es gibt einen Strand, eine guenstige Unterkunft und … Schildkroetenexpetitionen !!!!

Wir haben also am ersten Tag nach unserer Ankunft hier eine Tour in ein Reservat gemacht wo diese Meeresbewohner mehrmals jaehrlich ihre Eier in Scharen ablegen und konnten den Babyschildkroeten beim Schluepfen zusehen. Der Guide hat sogar manchmal die Taschenlampe angeschaltet, sodass man neben Rot- und Mondlicht auch mal wirklich was erkennen konnte und was noch viel wichtiger war – Fotos machen konnte.

Die ersten Schildkroeten kriechen aus dem Nest

Die ersten Schildkroeten kriechen aus dem Nest

Weitere folgen wenige Minuten spaeter

Weitere folgen wenige Minuten spaeter

Jaco Beach

Am Montag, den 14.12., sind wir in Jaco Beach (Costa Rica) angekommen, nachdem wir am Sonntag die Flucht aus dem regnerischen Bocas del Toro (Panama) ergriffen haben.

Grenzuebergang Panama - Costa Rica

Grenzuebergang Panama - Costa Rica

Der Ort ist zwar ein typischer Touristenort, dafuer aber auch dementsprechend erschlossen was manchmal auch ganz angenehm ist. Wie in Merida (Venezuela) gibt es hier an jeder Strassenecke Tourenanbieter. Bei einem von diesen haben wir fuer Dienstag eine ATV-Tour (Offroadtour mit einem Quad) gebucht.

Da fuer die Tour wir beide als Teilnehmer reichten, hatten wir den Guide ganz fuer uns. Alina hatte ein wenig Angst mit dem Quad umzukippen und den naechsten Abgrund herunter zu purzeln aber am Ende ging doch alles gut.

Simon auf dem ATV

Simon auf dem ATV

Wir sind also in fuer Alina schnellem, fuer Simon zu langsamen  Tempo erst die Strasse entlang und dann durch die Berge gecruist. Dabei haben wir Bekanntschaft mit dem kleinen Kerl hier gemacht:

Der kleine Affe "Ali"

Der kleine Affe "Ali"

Simon als Baum (in Alis Augen)

Simon als Baum (in Alis Augen)

Am Donnerstag haben wir dann eine “Canopy”-Tour gemacht. “Canopy” bedeutet, dann man in den Baumwipfeln in den Bergen Plattformen gebaut hat, die jeweils immer ein Stueck weiter bergab liegen, und dann zwischen diesen eine Leine angebracht hat, an der man dann wie Tarzan oder Superman durch den Dschungel “fliegt”. Das war ein Riesenvergnuegen und ganz bestimmt nicht alltaeglich! So etwas sollten sie mal auf deutschen Rummeln anbieten.

Alina fliegt durch den Wald

Alina fliegt durch den Wald

Alina macht sich bereit

Alina macht sich bereit

Seit gestern hat uns leider der Regen aus Bocas del Toro eingeholt. Wir hoffen jedoch, dass das morgen wieder vorbei ist!

El Valle de Antòn

Am Freitag den 4. Dezember sind wir in der “Großstadt” Panama City angekommen. Die Stadt mit knapp einer halben Million Einwohnern und beeindruckenden Bankgebäuden unterscheidet sich jedoch nur oberflächlich von anderen südamerikanischen Städten. Der Schein trügt hier mal wieder und die Viertel rund um das Bankenviertel sind die einer ganz normalen südamerikanischen Großstadt.

Die Ruinen von Panama Viejo mit der Skyline der Großstadt im Hintergrund

Die Ruinen von Panama Viejo mit der Skyline der Großstadt im Hintergrund

Da es neben den Ruinen der ehemaligen Hauptstadt (Panama Viejo) kaum etwas zu sehen gab, haben wir einen zweistündigen  Spanisch-Kurs gemacht, der unsere Kenntnisse des Sprache zwar nicht verbessert, dafür aber einen guten Tipp für die Weiterreise beschert hat: El Valle de Antòn. Dieser kleine Ort innerhalb eines alten Kraterkessels hatte richtig ‘was zu bieten: mehrere Wasserfälle in Laufweite, alte Felsmalereien, einen kleinen Zoo und “quadratische” Bäume.

Am Dienstag machten wir uns auf, um die Pedroglyphen und zwei Wasserfälle zu besuchen. Die Felsmalereien erinnerten an in Stein gehauenes Graffiti. Man hat zwar herausgefunden, dass die Zeichnungen praekolumbianisch sein sollen, aber weder von wann genau noch von wem sie stammen oder was sie bedeuten sollen.

Ein kleiner "Swimmingpool" mitten im Dschungel

Ein kleiner "Swimmingpool" mitten im Dschungel

Um zu den Wasserfällen zu gelangen musste man dem schmalen Pfad durch den Wald den Berg hinauf weiter folgen. Nach unseren ganzen Dschungel- und Hikingtouren war das kein Problem für uns. Die beiden Wasserfälle waren zwar nicht so beeindruckend wie die beim Canyoning in Merida, aber dafür war auch kein Führer nötig und wir konnten auf dem Rückweg selbstständig dem Flusslauf bergab folgen. Das Plateau, von dem im Reiseführer die Rede war und von dem aus  man den ganzen Ort überblicken können soll, haben wir leider nicht gefunden. Dafür haben wir am Fuss des einen Wasserfalls ein Becken entdeckt, in dem man super schwimmen konnte.

Opaaffe im Zoo von El Valle, Panama

Opaaffe im Zoo von El Valle, Panama

Am nächsten Tag besuchten wir morgens den Zoo. Der war gar nicht mal so klein. Natürlich hatte er (fast) nur einheimische Tiere, aber was in Südamerika einheimisch ist, ist für uns ja ziemlich exotisch: Papageien, Affen, Ozelots, Waschbären, Tapire und ganz viele verschiedene Arten Frösche. Einerseits war es super die vielen verschiedenen Arten von Tieren anzuschauen, andererseits ist es traurig zu sehen wie klein die Gehäge im Gegensatz zu bspw. dem Berliner Zoo waren. Simons Highlight waren die “Opaaffen”, von denen er es jedoch nicht geschafft hat ein gutes Foto des Gesichts zu machen, um festzuhalten wie sehr sie einem Opa ähnlich waren.

Papagei im Zoo von El Valle, Panama

neugieriger Papagei im Zoo von El Valle, Panama

Ozelot im Zoo von El Valle, Panama

Ozelot im Zoo von El Valle, Panama

gestreifter Frosch im Zoo von El Valle, Panama

gestreifter Frosch im Zoo von El Valle, Panama

Am Nachmittag liehen wir uns Fahrräder, um uns die “quadratischen” Bäume anzusehen. Nach mehrmaligem Verfahren – da unsere Karte einfach nicht stimmen wollte – fanden wir sie ausgeschildert auf einem Hotelgelände. Dort war ein künstlicher Pfad angelegt, der durch die Berge und zu den Bäumen führte. Als wir ankamen, war es ziemlich enttäuschend. Denn wirklich quadratisch waren die nicht. Bei einem der insgesamt drei Bäume, konnte man eine rechteckige Form des Stammes erahnen. Erwartet hatten wir natürlich quadratische Kronen.

Mittlerweile sind wir in Bocas del Toro, ein Archipel an der Atlantikkueste in der Naehe zu Costa Rica. Allerdings regnet es hier seit zwei Tagen, also werden wir morgen unsere Reise nach Costa Rica fortsetzen.

Das Paradies San Blas

Statt der angekuendigten 27 Stunden auf offener See zwischen Cartagena und Isla Grande dauerte der Trip auf offener See 45 Stunden. Die angekuendigten 300 Gallonen Frischwasser (zum taeglichen Duschen) waren nicht vorhanden und das Essen war ziemlich geschmacklos. Ein wirklicher Luxussegeltrip – wie es von manchen Kapitaenen versporchen wird - war es nicht. Die 42 feet, die das Boot gross waren, reichten bei weitem nicht aus fuer 7 Passagiere und 4 Crewmitglieder. Das Beiboot blockierte das komplette Bug, wo neben dem Heck als einziges Platz zum Sitzen war. Da die Planken nicht wasserdicht waren, schrumpfte unser Doppelbett von ca. 170×100 cm auf 170×50 cm. Hinzu kam, dass es Simon trotz dauerhafter Tabletteneinnahme auf offener See ziemlich schlecht ging.

Das Archipel San Blas an der Ostkueste von Panama

Das Archipel San Blas an der Ostkueste von Panama

Nach der 45-stuendingen Segeltour auf offener See wurden wir fuer die Torturen jedoch mehr als belohnt. Das Archipael San Blas war ein regelrechtes Paradies. Die ca. 365 Inseln waren nicht groesser als Fussballfelder und von weissen Straenden und Korallenriffen umgeben.

Ankunft in San Blas

Ankunft in San Blas

Eine der Inselns von San Blas

Eine der Inseln von San Blas

Ausser Palmen und auf einigen Inseln vereinzelt Gras und Huetten der Kuna-Ureinwohner gab es in San Blas nicht viel. Am ersten Tag entspannten wir auf einer Insel, die von einer Kuna-Familie bewohnt wurde und Simon knackte uns eine Kokosnuss.

Simon und die Kokosnuss

Simon und die Kokosnuss

Am Abend assen wir ausnahmsweise mal nicht auf dem Segelboot, sondern auf dem “Festland” und zwar ausgesprochen gut. Die Crew zog, waehrend wir auf der Insel in der Sonne badeten, los und fing Langusten und Krebse.  Eine etwas groessere Insel, die von einem ehemaligen Kuna bewohnt wurde, der seinen Lebensunterhalt nun mit Unterkuenften fuer Touristen, einem Restaurant und dem Kokainhandel bestritt, diente uns als Aufenthaltsort fuer unser Abendessen.

ein typisches Abendessen in Kuna Yala

ein typisches Abendessen in Kuna Yala

Insel auf der wir zu Abend assen

Insel auf der wir zu Abend assen

Das Archipel San Blas ist eine Inselgruppe an der Ostseite von Panama und zieht sich ueber einen mehr als 100 Kilometer langen Kuestenstreifen entlang bis Kolumbien. Es hat eine autonome Regierung und es gelten andere Gesetze als in Panama.

Leider konnten wir nur zu jenen Inseln, die mit dem Segelboot erreichbar waren (sehr flaches Wasser) und haben daher nur die touristisch erschlossenen Inseln und einige mit dem Schlauchboot erreichbare etwas typischere Inseln gesehen. Die Einwohner konnten jedoch alle die wichtigsten Woerter in Spanisch (¡Hola!, ¿Como te llamas?, Un dollar per foto) und trugen keine der typischen Trachten wie man sie auf Postkarten oder auch im Internet findet.

2 Kuna beim Fischen im Morgengrauen

2 Kuna beim Fischen im Morgengrauen

Alina mit einer der Riesenmuscheln

Alina mit einer der Riesenmuscheln