Die Stadt “Cartagena”

Der Ort Cartagena ist Ausgangspunkt für den von uns geplanten Segeltrip nach Panama. Ursprünglich dachten wir, die Boote fahren nach Colon – eine Stadt, die man laut Lonely Planet besser meiden sollte. Wie sich herausgestellt hat tun sie das jedoch garnicht. Stattdessen segeln die Schiffe zu den San Blas Inselgruppen auf der Atlantikseite von Panama, wo man dann von einem Taxiservice abgeholt und nach Panama City gebracht werden soll.

Die "Softair"

Die "Softair"

Die Auswahl an Segelbooten war sehr beschränkt und so haben wir uns für den nächstgelegenen Termin, den 29.11., entschieden. Das Boot, mit dem wir unterwegs sein werden, nimmt neben uns noch 4 oder 5 weitere Personen mit und heißt Softair. Damit sich auch keiner Sorgen macht, gibt es einen GPS-Locator auf der Webseite, sodass man immer weiß wo wir gerade auf dem Ozean unterwegs sind, wobei die eigentliche Tour nur 27 Stunden dauern soll – vorrausgesetzt das Wetter spielt mit.

Die Stadt selbst ist, ähnlich wie Santa Marta, eher unspektakulär. Es gibt jedoch eine sehr schöne Altstadt, jedoch von einheimischen und vorallem ausländischen Pauschaltouristen überschwemmt ist. Das Betreten der Kolonialgebäude selbst ist nicht so einfach, da die wirklich schönen Gebäude Hotels, Restaurants oder Museen sind.

historisches Zentrum in Cartagena

historisches Zentrum in Cartagena

Umgeben ist die Stadt von einer Stadtmauer, von der aus dieses Foto entstanden ist und die nahezu vollständig bewandert werden kann.

Blick auf das historisches Zentrum Cartagenas

Blick auf das historisches Zentrum Cartagenas

Alte Verteidigungskanone auf der Stadtmauer von Cartagena

Alte Verteidigungskanone auf der Stadtmauer von Cartagena

Weihnachten in Santa Marta

Im Gegensatz zu Venezuela ist es in Kolumbien möglich am Geldautomaten Geld abzuheben, was uns nach dem Grenzübergang sehr entgegen kam. Die Unterschiede, die sich sofort bemerkbar machen, ist die Größe der Autos. Während in Venezuela hauptsächlich 30-40 Jahre alte amerikanische Autos herumfahren, gibt es in Kolumbien kleinere Autos (teilweise mit Katalysator) und auch Motorräder und vereinzelte Roller.

Das Land Kolumbien ist im Gegensatz zu Venezuela nicht sozialistisch geführt, was man quasi unmittelbar nach dem Grenzübergang bemerkt. Es gibt weitaus mehr bettelnde Personen jeden Alters. Im Gegensatz zu Venezuela, wo einfachere Jobs nicht selten von geistig oder körperlich behinderten Personen ausgeübt werden, sind diese in Kolumbien nahezu alle Bettler.

Nun aber zu den eher erfreulichen Dingen: Der Kauf von Bustickets in Kolumbien ist nahezu identisch mit dem in Venezuela, auch wenn die “Vertriebler” an den Terminals etwas aufdringlicher sind und sich auch gerne mal gegenseitig als schwul beschimpfen. Die Fahrt nach Santa Marta war daher sehr einfach und wir kamen gegen Nachmittag dort an. Das Hostel, das man uns empfohlen hatte, hieß “La Brisa Loca” und war nicht wie man sich gewöhnliche Hostels bzw. Posadas vorstellt.

  • Es gab quasi nur holländische und us-amerikanische Gäste
  • Es gab ein Bar-Restaurant statt einer Küche zur Selbstverpflegung
  • Es gab einen Pool
  • Es gab bei der Ankunft kostenloses Bier
  • Man konnte Zigaretten, Wasser, Bier und Cocktails und vieles mehr direkt im Hostel kaufen
Strandpromenade von Santa Marta, Kolumbien

Strandpromenade von Santa Marta, Kolumbien

Am Anfang war das eigentlich ziemlich praktisch nachdem wir so lange in Bussen unterwegs waren, stellte sich jedoch noch am gleichen Abend als etwas nervig heraus. Was nämlich passierte, war, dass die “Gringos” das Hostel gar nicht mehr verließen. Abends aßen die Gäste in der Bar, spielten Billard, chillten zu normaler Musik, saßen am Pool – alles in allem quasi die Atmosphäre eines All-Inclusive-Bunkers. Der einzige Unterschied waren die doch recht hohen Preise für ein Hostel mit Mehrbettzimmern und Do-It-Yourself-Reinigungsservice.

Simon auf dem Plaza Bolivar in Santa Marta

Simon auf dem Plaza Bolivar in Santa Marta

Der Ort selbst war eine Mischung aus blühendem Tourismus (Verkaufs- und Limonadenstände überall) und riesigen Bankgebäuden, die mitten im Zentrum und rund um den Plaza Bolivar aneinandergereit waren.

Eigentlich gab es in dem Ort nichts zu tun. Es gab zwar die ein oder andere Tour zu “einsamen” Stränden und auch eine Tour in den nahegelegenen Nationalpark Tatonga, aber die 15$ Eintrittsgebühr in den Nationalpark schreckten uns dann doch ab, was dazu führte das wir die 3 Tage in Santa Marta eigentlich nichts getan haben außer das Nachtleben ein wenig zu genießen und Tagsüber am Stadtstrand im mäßig sauberen Wasser zu baden.

Eins war zudem unübersehbar: Auch in Kolumbien feiert man Weihnachten. Die ganze Stadt war für unsere Verhältnisse nicht kitschig, sondern eher witzig geschmückt.

Ein Weihnachtsmann mit Sombrero auf dem Plaza Bolivar

Ein Weihnachtsmann mit Sombrero auf dem Plaza Bolivar

mit Schneemaennern und Rentieren, aber vor allen Dingen mit Weihnachtsmännern mit Sombrero, die eine Sambatrommel spielen.

¡Muchas Maracas!

¡Muchas Maracas!

Der Weihnachtsmann und die Sambatrommel

Der Weihnachtsmann und die Sambatrommel

Von Venezuela nach Kolumbien

Der Plan war urspruenglich der Folgende:

Freitag Merida verlassen, mit dem Nachtbus nach Maracaibo und mit einem por puesto (shared taxi) ueber die Grenze nach Maicao in Kolumbien.

Weiterreise nach Kolumbien (SOLL)

Weiterreise nach Kolumbien (SOLL)

Dieser Plan wurde unerwartet zerschlagen, als wir am Busbahnhof von Merida ankamen. An diesem Tag war naemlich der Flughafen aus unerfindlichen Gruenden geschlossen und alle mussten auf Busse umspringen. Also war jeder Bus nach Maracaibo ausgebucht.

Aus lauter Verzweiflung nahmen wir den einzig freien Bus – nach San Cristobal. Der Grenzuebergang im Sueden soll allerdings weitaus gefaehrlicher sein – betreffs Drogen, Drogenkontrollen etc. Da uns diese Tatsache doch mehr Angst eingefloesst hat als wir noch im Norden dachten (Insbesondere nachdem wir den Ort San Cristobal kennengelernt hatten), nahmen wir am naechsten Abend (nachdem wir den ganzen Tag auf dem Busbahnhof verbracht haben) den Bus von San Cristobal nach Maracaibo.

Dort haben wir uns fuer den Bus entschieden, statt eines por puestos, um nach Maicao zu kommen. Der allzu “nette” Busfahrer hat uns nur leider irgendwo in einem Grenzort vor Kolumbien rausgeworfen.

Mit Hilfe tatsaechlich netter Venezuelaner sind wir dann aber doch noch bis zur Grenze gekommen. Dort lief dann alles reibungslos – in Venezuela Ausreisestempel holen, zur Einreisebehoerde Kolumbiens, Stempel abholen, das war´s.

“Zwischen” den Laendern – zwischen den beiden Grenzen waren Geschaefte und Restaurants und man konnte sich frei bewegen – haben wir gluecklicherweise spanische Backpacker getroffen. Also endlich mal Menschen, die sowohl des Spanischen als auch des Englischen kundig waren.

Gemeinsam sind wir dann bis zum Busbahnhof in Maicao. Von dort ging es dann fuer uns weiter bis Santa Marta.

Nach einer Reise, die insgesamt 48 Stunden dauerte, kamen wir also Sonntagnachmittag endlich an unserem Zielort an.

Weiterreise nach Kolumbien (IST)

Weiterreise nach Kolumbien (IST)

Morgen geht es dann weiter nach Cartagena.

Los Llanos – 3. Tag

Am Montag konnten wir uns mit dem Frühstück etwas mehr Zeit lassen, weil wir es nicht so eilig hatten.

Wir wurden dann in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe würde zuerst eine Reittour machen und die Andere mit dem Jeep zum Piranha-Fischen fahren.

Simon und ich gehörten zur ersten Gruppe, also hieß es für uns als erstes: Reiten. Das hat uns beiden nicht so grosses Vergnügen bereitet: die Sattel waren nicht die besten, die Pferde waren wegen der Hitze lustlos und sie haben nicht auf die Kommandos gehört.

Wir sind dann bis zu der Stelle geritten, wo die andere Gruppe gerade geangelt hat. Dort haben wir uns dann abgewechselt. Beim Piranhas-Fischen hatten wir ebenfalls kein Glück, vielleicht fehlte uns die Geduld oder das Geschick. Helmut aus unserer Gruppe und einige aus der anderen haben aber doch ein paar aus dem Fluss gefischt, so dass ein Teil unseres Abendessens gesichert war. Wie sind dann mit dem Jeep zum Camp zurueckgekehrt.

Dort war es wieder Zeit fuer die Siesta. Nach dem Mittagessen gab es fuer uns alle, Paul und Michael eingeschlossen, noch eine besondere Überraschung: eine hochgiftige Wasserschlange – ihr Gift wuerde einen innerhalb von drei Stunden toeten – hatte sich in das Camp verirrt.

Arnold - einer der Holländer und die Wasserschlange

Arnold - einer der Holländer und die Wasserschlange

Sie lag also seelenruhig auf einem Holzbalken an der Decke. Da es wirklich gefährlich gewesen wäre sie im Camp zu behalten, haben Paul und Michael sie mit Holzstäben da herunter geholt. Michael hat schliesslich ihren Kopf zu fassen bekommen und hat sie so festgehalten, dass sie niemanden mehr beissen konnte. Von der Aktion selbst haben wir leider keine Fotos, da man einfach nie im richtigen Moment die Kamera parat hat. Sie wurde dann im Fluss ausgesetzt.

Einer der Holländer, Arnold, der morgens beim Piranha-Fischen auch keinen Erfolg hatte, wurde vom Ehrgeiz gepackt und da das Camp direkt an einem Fluss lag, angelte er von der nahegelegenen Brücke aus. Und tatsächlich hatte er hier sehr viel mehr Glück: mit der Unterstützung von Simon und dem Franzosen hatten wir fünf weitere Piranhas zum Abendessen.

Am Nachmittag sind wir dann erneut zu einer Jeepsafari aufgebrochen. Diesmal war aber das primäre Ziel ausschliesslich eine Anaconda zu finden. Leider hatten die drei, Paul, Michael und Jan, wieder keinen Erfolg.

Dafür hat Jan aber vom Dach des Jeeps aus ein Feld mit Wassermelonen entdeckt und prompt wurden so viele wie noch in den Jeep passten eingeladen. Wir liessen uns natuerlich nicht davon abhalten das Folgende zu tun:

Die Trekkingausrüstung von Helmut erweisst sich doch noch als nützlich

Die Trekkingausrüstung von Helmut erweisst sich doch noch als nützlich

Wir haben wie gesagt zwar keine Anaconda gefunden, dafür aber eine wunderschöne Schildkroete und – als würdigen “Ersatz” – eine Boa Constrictor.

Rot gepunktete Landschildkröte

Rot gepunktete Landschildkröte

Simon und die Boa Constrictor

Simon und die Boa Constrictor

Nahaufnahme der Boa Constrictor

Nahaufnahme der Boa Constrictor

Abends wurden dann unter anderem die Piranhas aufgetischt. Sie schmecken durchaus lecker, es ist aber mit einer ziemlichen Arbeit verbunden sie zu essen, da sie relativ klein und flach sind und viele Gräten haben.

Die gegrillten Piranhas

Die gegrillten Piranhas

Los Llanos – 2. Tag

Am Sonntag standen wir mit den ersten Sonnenstrahlen auf, das bedeutet um 6h. Paul hat uns auf die Frage, wann es denn Frühstück geben würde, gesagt, dass in Los Llanos keine Zeit existiert. Man steht auf, wenn es hell wird, macht Siesta, wenn es zu heiss ist und geht schlafen, wenn man müde ist.

Die Bootsafari

Wir haben so früh wie möglich das Camp verlassen, um zu unserer Bootsafari aufzubrechen. Denn in der Mittagshitze würden auch die Tiere Siesta machen, weil es ihnen zu heiss ist und verschwinden.

Giovanni an der Spitze des Bootes

Giovanni an der Spitze des Bootes

Auf der Bootssafari haben wir ziemlich viele Tiere gesehen: Kaimane, capybaras (Wasserschweine, die aussehen wir riesige Meerschweinchen), Papageien, Schildkröten, pinke Ibisse, Süsswasserdelfine (die sind rosa und ziemlich hässlich, wie wir finden) und einen Fisch, der sich in das Boot verirrt hat.

Ein Capivara am Ufer des Flusses

Ein Capivara am Ufer des Flusses

Dieser Kaiman kam uns sehr nahe

Dieser Kaiman kam uns sehr nahe

Die sehr schreckhaften Wasserschildkröten ruhten auf Baumstumpfen

Die sehr schreckhaften Wasserschildkröten ruhten auf Baumstumpfen

Die Jeepsafari

Nach der mittaglichen Siesta und Essen, brachen wir am Nachmittag auf zu einer Jeepsafari. Dabei saßen je vier Leute hinten im Wagen, vier konnten auf dem Dach des Jeeps sitzen (so etwas sollte man mal in Deutschland versuchen) und Paul stand einfach hinten auf der Stossstange und hielt sich fest (das sollte auch mal einer in Deutschland probieren). Allein schon auf dem Dach zu sitzen war ein Abenteuer, vorallem bei der bereits erwähnten Fahrweise Giovannis.

Der Jeep mit auf dem Dach als Sitzbank befestigten Holzbrettern

Der Jeep mit auf dem Dach als Sitzbank befestigten Holzbrettern

Auf der Safari haben wir noch mehr capybaras gesehen. Diesmal kamen wir aber näher an sie heran und sie waren zumeist in großen Familien unterwegs.

Michael und Alina mit dem gefangenen Capivara

Michael und Alina mit dem gefangenen Capivara

Als Paul und Michael, der in Los Llanos lebt und Paul bei den Safaris begleitet, ihre Chance gekommen sahen, sprangen sie noch während der Fahrt vom Jeep und schnappten sich eines von den Baby-Capybaras. Selbstverständlich haben sie es danach wieder laufen lassen und es ist zu seiner wartenden Herde zurückgekehrt.

Des Weiteren gab es noch Wildpferde, Adler und kleine Eulen, die unter der Erde ihren Bau haben, zu sehen.

Ein Highlight war der Versuch von Paul, Michael und Jan, der auch aus Los Llanos stammt, in dem sumpfartigen Gebiet eine Anaconda zu finden. Dazu stampften sie durch das kniehohe Wasser und stocherten mit langen Stöckern darin herum, um eine Anaconda aufzuschrecken. Leider waren sie bei ihrer Suche nicht erfolgreich.

Michael, Paul, Jan und Giovanni bei der Anacondasuche (von links nach rechts)

Michael, Paul, Jan und Giovanni bei der Anacondasuche (von links nach rechts)

Fangen eines Kaimans bei Nacht

Nach dem Abendessen sagte Paul, dass wir nun im Dunkeln noch einmal hinaus gehen wuerden, um einen Kaiman zu fangen. Anfangs hielten wir das alle fuer einen Scherz, aber nur solange bis wir dann tatsächlich mit Taschenlampen “bewaffnet” zu einer Nachtwanderung loszogen. Michael entdeckte als erster einen Kaiman am Ufer des Flusses, der nicht allzu gross war. Denn sind sie zu gross oder gar schon ausgewachsen, haben sie so viel Kraft, dass sie einen noch nicht einmal beissen müssen, um einen zu verletzten.

Michael rannte also los, unter dem Stacheldrahtzaun hindurch, und schnappte sich den Kaiman. Natürlich haben wir darauf geachtet ihn nicht mit unseren Taschenlampen zu blenden und ihn danach wieder laufen lassen.

Alina ganz lässig und ohne jede Spur von Angst

Alina ganz lässig und ohne jede Spur von Angst

4 Tage “Los Llanos” – 1. Tag

Nachdem wir am Freitag (den 13.!) Canyoning gemacht haben, begann am Samstag unsere viertagige Tour in die “Llanos”, was so viel heisst wie “Flachland”. Dieses liegt einige Kilometer südlich von Merida.

Um 8h ging es los mit einer bunt gemischten Truppe bestehend aus acht Leuten (ein deutsches Ehepaar, zwei Holländer, ein Franzose, eine Venezuelanerin und wir), dem Guide (Paul aus Schottland) und dem Fahrer Giovanni. Wir saßen alle hinten im Jeep auf Bänken, die seitwärts statt in Fahrtrichtung ausgerichtet waren. Paul hatte uns schon im Voraus gewarnt, dass das sehr unangenehm werden könnte bei der Fahrt über die Anden.

Bewölkter Zwischenstop auf 3500 Meter Höhe

Bewölkter Zwischenstop auf 3500 Meter Höhe

Und so war es auch: die Strasse machte ständig scharfe Kurven, die durch Giovannis Fahrweise – die wirklich abenteuerlich war - nicht gerade entschärft wurden. Es ging bergauf bis zu 3500 Metern und dann den ganzen Weg wieder bergab. Es war eine sehr lange Fahrt (8 Stunden), denn nach den endlos scheinenden Serpentinen folgte das unendlich weite Flachland mit Strassen, die so grosse Schlaglöcher hatten, wie die Strasse breit war.

Gruppenfoto aller Tourteilnehmer und der beiden Guides

Gruppenfoto aller Tourteilnehmer und der beiden Guides

Im Dunkeln – hier in der Nähe des Äquators ist es um 18h dunkel – kamen wir in dem “Camp” an. Unsere Unterkunft war eine zirkusförmige Steinhütte mit Hängematten, die rund herum befestigt waren. Wir hatten ein bisschen Sorge, dass man darin nicht schlafen kann, aber in der ersten Nacht haben wir das Gegenteil festgestellt.

Foto des Camps am Tag

Foto des Camps am nächsten Morgen

Canyoning in Merida

Am Donnerstag sind wir mittags in Merida angekommen. Die Stadt liegt in den Anden, daher ist das Klima optimal: tagsueber warm bis heiss, nachts wird es angenehm kuehl. Ausserdem ist es die Studentenstadt in Venezuela (von 350.000 Einwohnern 50.ooo Studenten) und gleichzeitig auch die Stadt, in der man nahezu alle Abenteuersportarten betreiben kann: von Rafting, Quaddriving und Paragliding bis hin zum sogenannten “Canyoning”.

Gleich am ersten Tag unserer Ankunft haben wir fuer den naechsten Tag eine solche Tour gebucht. Wir wurden mit einem Jeep hoch in die Berge gefahren, von dort aus sind wir auf einem schmalen Pfad (rechts von uns der Berg, links ging es steil bergab) bis zu einem Fluss gewandert. Wir haben Ganzkoerper-Neoprenanzuege bekommen, damit wir bei der insgesamt 5-stuendigen Tour in dem eiskalten Flusswasser nicht auskuehlen.

Dann sind wir im kniehohen Wasser, das eine ganz schoene Stroemung hatte, so dass man wirklich aufpassen musste nicht mitgerissen zu werden, zum ersten Wasserfall gewatet. Dort haben wir uns dann “im Wasserfall” abgeseilt.

Insgesamt waren es drei Wasserfaelle, wobei wir nur beim ersten wirklich “drin” waren. Die anderen beiden waren naemlich durch die starken Regenfaelle die Nacht zuvor so sehr angeschwollen, dass es unmoeglich war sich “in” ihnen abzuseilen. Sich mit den nassen Schuhe an den nassen, glitschigen Felsen ausserhalb des Wasserfalles abzuseilen war aber auch ein Erlebenis!

Da der Flusslauf teilsweise steil bergab ging und man nicht mehr  im Fluss laufen konnte, mussten wir immer wieder von Felsen, die bis zu 5 Metern hoch waren, in das Wasser “hineinsliden”. Das heisst man ist nicht gesprungen, sondern hat sich auf den nassen Felsen gesetzt und ist einfach hinuntergerutscht. Das war aber gar nicht so “einfach”, da die Stellen, in die wir “gliden” mussten, zum Teil nur einen Meter breit waren, so dass man Angst hatte gegen den Felsen zu prallen.

Es war sehr aufregend und das Adrenalin schoss uns nur so durch den Koerper, es hat aber auch viel Spass gemacht. Bei dieser Aktivitaet hat sich Alina auch ihre ersten Blessuren zugezogen. Eine “Brandwunde” an der Hand vom Abseilen und einen maechtigen blauen Fleck am Oberschenkel.

Leider gibt es von diesem Abenteuer keine Fotos, da wir fuer unsere Kamera kein wasserdichtes Case haben.

Puerto Colombia im Nationalpark Henri Pittier

Auf dem Weg gen Westen hat es uns mal wieder in einen Nationalpark verschlagen. Da wir Caracas – die Hauptstadt von Venezuela – umgehen wollten, haben wir in der etwas kleineren Großstadt Maracay übernachtet und sind am Sonntag weiter nach Puerto Colombia gefahren. Der Weg dort hin war voller Serpentinen und der Busfahrer hat in jeder Kurve an seiner Reissleine (Hupe) gezogen.

Busfahrt in den Nationalpark Henri Pittier

Busfahrt in den Nationalpark Henri Pittier

Da der Nationalpark sehr bergig war und die Straße bis auf 1800 Meter anstieg, wurde es zunehmend kühler und Dschungelfeeling kam auf. Leider ging die Strecke bis nach Puerto Colombia aber auch wieder abwärts und es wurde wieder zunehmend heiß. Der Ort selbst war – im Gegensatz zu den bisherigen Orten – voll mit Touristen. Es gab überall Geschäfte wo man Bikinis, Shorts und Sonnenbrillen kaufen konnte und es wimmelte von Restaurant und venezuelanischen Großstädtern. Diese fallen dort allerdings nur am Wochenende ein und verschwinden Sonntag Abends wieder und lassen ihren Müll zurück, der jedoch von den Strandbetreibern jeden Morgen wieder weggekerrt wird.

Simon und ein sein neuer Freund

Simon und ein sein neuer Freund

Da wir am Sonntag dort angekommen sind, konnten wir den Kontrast sehr gut mitbekommen. Montag morgen war der Ort so leer wie jeder andere Fischerort auch. Der Großteil der Geschäfte und Restaurants war geschlossen und es waren fast nur noch Backpacker anzutreffen. Am nächsten Morgen haben wir einen Strandtag gemacht wo Simon sich – nachdem wir  einen französischen Surfer getroffen haben – mit einem Bodyboard versucht hat.

Simon beim Surfen auf dem Bodyboard

Simon beim Surfen auf dem Bodyboard

Am Dienstag haben wir eine organisierte Tour durch den Dschungel gemacht, wo wir jedoch quasi keine Tiere gesehen haben. Einige Grashüpfer, Spinnen und Frösche kamen dann aber doch unter die Linse.

Dschungeltrip im Nationalpark Henri Pittier

Dschungeltrip im Nationalpark Henri Pittier

Am Mittwoch ging es zurueck nach Maracay und von dort aus mit dem Nachtbus nach Merida (12 Stunden Busfahrt). Und wir koennen eins bestaetigen: die Klimaanlagen in den Reisebussen funktionieren wirklich sehr gut. Wenn nicht zu gut.

Santa Fe im Nationalpark Mochima

Gestern sind wir in Santa Fe angekommen. Der Ort sollte eigentlich ein Backpackerparadies sein und nur so von Gleichgesinnten wimmeln. Als wir dort ankamen wirkte dies auf den ersten Blick nicht so. Wie auch bei der Ankunft auf der Isla Margarita hatte man den Eindruck in einem Kaff, wo nichts los ist zu sein. Als dann gegen 16 Uhr mehrere Boote am Strand anlegten sahen wir jedoch schon die ersten Urlauber.

unser Boot fuer die Tour durch den NP Mochima

Boot fuer die Tour durch den Nationalpark Mochima

Wenn auch keine Backpacker so waren es doch andere europaeische Reisende mit denen man sich austauschen konnte.

Heute haben wir dann selbst eine der Bootstouren durch den Nationalpark Mochima gemacht, die – anders als die Tour auf La Restinga – erstens weitaus guenstiger war und zweitens den ganzen Tag andauerte.

Nationalpark Mochima

waehrend der Bootstour im Nationalpark Mochima

Der Kapitaen des Bootes hatte Schnorchelausruestungen dabei und wir hatten die Moeglichkeit in Korallenriffen zu schnorcheln, wobei wir Fische in den verschiedensten Farben und Formen zu Gesicht bekamen.

Im Laufe des Tages haben sich immer wieder mal Delfine zu uns gesellt und sind neben dem Boot hergeschwommen. Leider haben wir nur ein mehr oder weniger gutes Foto, da die Delfine sehr schnell waren – der Ausloeser der Kamera jedoch nicht.

Delfine im Nationalpark Mochima

Delfine im Nationalpark Mochima

Da die Tour von 9 bis 16 Uhr ging, gab es auch eine Mittagspause, bei der wir an einem sehr schoenen Strand anlegten, der nur per Boot zu erreichen war (Karibikfeeling!!).

Insel im Nationalpark Mochima

Insel im Nationalpark Mochima

Bootstour in La Restinga

Heute hat uns unser “Capitan” zum Museo del Mar gefahren, wo man Meeresschildkroeten, andere Meeresbewohner und sonstige Exponate rund ums Meer (z.B. Schildkroetenpanzer und Korallen) betrachten konnte.

Riesenschildkroete im Museo Marino

Riesenschildkroete im Museo Marino

im Museo Marino (Isla Margarita)

Wasserschildkroete im Museo Marino

Danach haben wir auf der nahegelegenen Laguna (Mangrovensuempfe – Nationalpark La Restinga) eine Bootstour gemacht. Gluecklicherweise haben wir noch 2 andere Deutsche gefunden, mit denen wir uns die Kosten fuer das Boot teilen konnten. Der Park trennte die beiden Inseln Isla Margarita und Macanao (siehe Foto1 im Beitrag Ankunft auf Isla Margarita) und bestand aus vielen kleinen Kanaelen mit romantischen Namen (z.B. Amor Mio).

Lagune La Ristinga (Isla Margarita)

Lagune La Restinga

La Restinga

Foto das unsere "Mitfahrer" von uns gemacht haben

Dieses Foto von einem Wassertransporter lassen wir mal unkommentiert.

aqua potable - Trinkwasser

aqua potable - Trinkwasser